Wochenmarkt

Vor einigen Jahren waren die Hamburger Wochenmärkte kurz vor dem Aus. Niemand ging mehr Sonnabendmorgen oder in der Woche auf den Markt, um Obst und Gemüse zu kaufen. Das hat sich grundlegend geändert. Seit Corona und Homeoffice kaufen die Leute bevorzugt draußen und regional, unverpackt und bio. Hinzu kommt, dass die abendliche Zerstreuung am Freitag stark eingeschränkt ist. Alles zusammen hat zu einem wahren Boom meines kleinen Wochenmarktes geführt. Sonnabendvormittag bilden sich lange Schlangen vor den einzelnen Ständen. Das scheint allerdings niemanden zu stören. Der Wochenmarkt ist wieder zu einem Treffpunkt geworden. Wie in den Markthallen in Spanien verweilen die Menschen nach dem Einkauf auf einen Kaffee und ein Hörnchen, treffen Freunde und reden. In Folge hat sich auch das Angebot geändert: Es gibt zahlreiche „Frühstücksstände“ mit Kaffee und Gebäck; es gibt Fischbrötchen und internationales Fingerfood. Eine Mischung aus Außengastronomie und Picknick. Nur die gute alte Wurstbude mit Toastbrot-Dreiecken, fettigen Würstchen und Kaffee von der Warmhalteplatte, die früher zu jedem Wochenmarkt gehörte, hat den Wandel nicht überlebt. Wurstbuden sind weg. Vielleicht kommt ja irgendwann eine Veggi-Wurstbude mit Vollkornbrötchen und Bio-Limo. Wundern würde es mich nicht.

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