Erwartungshorizont

Ein Kollege erläuterte mir vor einiger Zeit seine Lebenshaltung. Er steckt seinen Erwartungshorizont nicht zu hoch, dann ist er nicht zu sehr enttäuscht und kann sich vielleicht sogar noch ein wenig zusätzlich freuen. Der Nächste setzt auf Zweckpessimismus, der helfen soll. Ich habe mich gefragt, wann Pessimismus überhaupt schon einmal geholfen hat, aber das nur am Rande.

Bei den Corona-Impfungen ist mein Erwartungshorizont allerdings auch eher gering. Einerseits liegt es daran, dass sich im Zusammenhang mit Corona die letzten beiden Hoffnungsschimmer am Horizont sehr schnell auflösten. Ich sage nur: „Im Frühjahr hat sich alles erledigt“ und „Wenn wir erst einmal die Corona-App haben…“. Andererseits sagt mir mein subjektives Gefühl, dass die Impfbereitschaft deutlich unter der in den Medien kommunizierten Impfbereitschaft liegt. Bis vor einer Woche war ich die einzige Person, die ich kannte, die sich impfen lassen würde, und zwar jetzt und sofort. Inzwischen kenne ich noch zwei weitere Personen. Drei Personen mögen zwar als Versammlung gelten und wenn sie aus drei Haushalten kommen zumindest in Hamburg eine Person zu viel sein, aber eine Herdenimmunität wird das nicht.

Die Gründe gegen eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt sind subjektiv, vielfältig und nachvollziehbar. Am besten gefiel mir die Begründung meiner fast 88jährigen tüdeligen Mutter. Sie möchte noch ein paar Jahre abwarten. Sie spielt doch nicht mit ihrer Gesundheit. Ich musste innerlich schmunzeln und hoffe doch, dass ihr Wunsch, den sie mehrmals geäußert hat, respektiert wird.

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