Absence makes the heart grow fonder.

Dieses englische Sprichwort beschreibt den Umstand, dass man häufig etwas (oder jemanden) vermisst, wenn es nicht mehr da ist, und erst dann feststellt, wie sehr einem die Sache ans Herz gewachsen war. Gern sind dies auch Dinge, die man im Alltag für selbstverständlich gehalten hatte.

Ich vermisse beispielsweise den batteriebetriebenen, tanzenden Weihnachtsmann meiner Kollegin. Als bekennende Weihnachtsliebhaberin geht meine Kollegin Mitte November in das Archiv und holt die Weihnachtskiste für ihr Büro hoch. Meist bekomme ich dies gar nicht mit, denn für mich kommt der 1. Advent eher überraschend. Doch dann erklingt Jingle Bells über unseren Flur und weil es so schön war gleich noch einmal. Meine Kollegin kennt natürlich ebenso die ungeschriebenen Abläufe und weiß sehr genau, dass ich vor der dritten Wiederholung in ihrer Tür stehe und ihr das Versprechen abnehme, den Weihnachtsmann maximal dreimal am Tag Singen und Tanzen zu lassen, da das Lied für meine Ohren schlimmer als jede Kaufhausmusik ist. Darauf einigen wir uns dann jedes Jahr gütlich. Sie freut sich dreimal am Tag wie ein Kind, wenn sie den Weihnachtsmann tanzen und singen lässt und ich nehme mir im Stillen vor, sie das nächste Jahr auf zweimal runterzuhandeln. Als kürzlich das Gespräch auf Zoom-Weihnachtsfeiern im Homeoffice kam, fiel mir genau diese kleine Tradition ein; ich vermisse sie schon jetzt, obwohl wir noch November haben, und vermute, dass meine Kollegin im kommenden Jahr in einer sehr guten Verhandlungsposition ist.

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