Vertrauen

Dass ich mich als Frau in den besten Jahren, die auf der Suche nach einem Nachfolger von Erwin ist, vor Heiratsschwindlern und Romance Scammern in Acht nehmen muss, ist klar. Diese scheinen nämlich zu glauben, ab einem bestimmten Alter steigen Bedürftigkeit und Bankkonto exponentiell. Beides kann ich so nicht bestätigen. Heute hat sich allerdings wieder einmal gezeigt, dass Fallstricke häufig da lauern, wo man sie nicht vermutet.

Nachdem ich letzte Woche mein monetäres Glück bei Ebay Kleinanzeigen suchte, wollte ich etwas in den Kreislauf zurückgeben, indem ich eine Karte für die morgige Meyerhoff-Lesung per Kleinanzeige suchte. Die Anzeige war kaum aufgegeben und es war draußen immer noch dunkel, da kam schon das erste Angebot für zwei Karten. Für einen vermeintlichen Literaturliebhaber war das Angebot äußerst dürftig formuliert; es keimten Zweifel bei mir auf. Ich ließ die Sache erst einmal sacken. Als ich zwei Stunden später wieder auf das Handy schaute, gab es zwei weitere Angebote. Für meinen Geschmack auch nicht sonderlich eloquent, aber vielleicht ist der Stil bei Ebay so. Mit Christine wurde ich dann schnell handelseinig; sie schickte ihre Kontaktdaten und unaufgefordert eine Kopie ihres Personalausweises. Danach hatte ich gar nicht gefragt. Nach der Überweisung an Paypal-Freunde hat meine neue Freundin nichts mehr von sich hören lassen, aber Ebay schickte zeitgleich eine Warnung. Um es kurz zu machen: Das Geld ist weg und ich habe keine Karte für die Lesung.

„Minus“ und „minus“ ergibt „plus“ habe ich früher einmal in der Mathematikstunde gelernt. Mal schauen, wofür es gut war. Vielleicht auch nur für die Erkenntnis, dass ich NIEMALS eine Kopie meines Personalausweises bei Ebay versenden werde, denn in meinem Fall handelte es sich höchstwahrscheinlich auch noch um einen Identitätsdiebstahl.

Ein Kommentar zu „Vertrauen

  1. Hallo Felucia, als ebenfalls Geschädigte in einem ähnlich gelagerten Fall, zahle ich in Fällen, wo das Bauchgefühl oder die Bewertung sagt „ok“ oder „naja“, mit Käuferschutz. Die Gebühr wird dem Zahlungsempfänger abgezogen. Da er das natürlich nicht möchte, sende ich die Gebühr mit: 0,39 Cent + 2,5 % des Warenwertes. Das ist meist nicht mal ein Euro und man ist auf der sicheren Seite. Allerdings hatte ich meinem Betrüger dss Geld überwiesen. Dann kann man nix mehr machen. Nur anzeigen. Weil Stadt, Name und Bankverbindung ja bekannt waren. Meine Polizistin hatte gesagt: ich mache hier den ganzen Tag nichts anderes als Anzeigen von Ebay- Geschädigten aufzunehmen. Also einmal reingefallen aber: unzählige Male supernette Kontakte gehabt, bei denen alles glatt ging. Das Gute überwiegt.
    🍀 Tessie

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