Spontaneität

Nachdem ich vor einigen Wochen den letzten Termin aus dem Kalender radiert hatte, genoss ich die neue Freiheit. Man konnte ja nicht viel machen, aber das konnte man spontan machen. Dieses Gefühl der Freiheit ohne Termine wollte ich hinüberretten und hatte mir vorgenommen, zumindest am Wochenende Raum für Spontaneität zu lassen. Heute morgen fiel mir auf, dass Termine jetzt sogar noch fixer sind als vor Corona. Während ich mir sonst vorgenommen hatte, am Wochenende zum Sport oder ins Seniorenhaus zu gehen, muss ich dies jetzt Tage vorher „fest buchen“. Und als ich dann noch im Radio hörte, man soll sich seinen Strandplatz in der Lübecker Bucht vorab per App buchen, war ich ziemlich am Hadern. Nicht einmal ein spontaner Ausflug an die Ostsee ist möglich. Um ehrlich zu sein musste ich mir dann allerdings eingestehen, dass ich mindestens die letzten 10 Jahre keinen spontanen Tagesausflug an die Ostsee gemacht habe. Ich habe nämlich keine Lust mit vielen anderen spontan im Stau zu stehen.

Viktor Frankl hat einmal geschrieben: „Wenn wir eine Situation nicht ändern können, müssen wir uns selbst ändern.“ Klar kann ich meine Haltung zu etwas ändern, aber insbesondere bei der Freizeitgestaltung kann ich auch die Situation ändern. Ich kann meine Yogastunde flexibel in den Garten verlegen oder statt Yoga eine Wanderung machen oder mich auf das Rad setzen usw., und wenn ich am Wochenende zudem einen großen Bogen um Alster, Elbe und die anderen Hotspots mache, könnte es spontan ein schöner Tag werden.

Ein Wimmelbild – auch ohne Sonne wimmelte es von Insekten

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