Lebensfreude

Am 19. März zu Beginn des Lockdowns in Deutschland berichtete die Tagesschau über den italienischen Soziologen Franco Ferrarotti. Er ist 93 und emeritierter Professor. Er sagte der Tagesschau:

„Ich glaube, wenn die Krise vorbei ist, werden wir eine enorme Wiederkehr von Lebensfreude und Lust am Wiederaufbau erleben. Ähnlich wie am Ende des Krieges wird es in ganz Europa eine unglaubliche Explosion an Lebensfreude geben.“

Ich weiß, die Krise ist noch lange nicht vorbei, aber ich habe trotz der Lockerungen keine gestiegene Lebensfreude festgestellt. Es mag daran liegen, dass wir als Volk nicht für überschäumende Lebensfreude bekannt sind; es kann aber auch die Befürchtung sein, dass die Freude an der Lockerung eventuell nur kurz ist und das Virus hinter der nächsten Ecke oder am Nachbartisch im Restaurant lauert. Nach dem Motto: Besser nicht zu doll freuen, dann ist die Enttäuschung hinterher nicht so groß.

Ich merke auch bei mir, dass meine Vorfreude auf den Urlaub im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verhaltener ist. Das ist eigentlich schade, denn Wissenschaftler haben festgestellt, dass das Glücksempfinden eine Woche vor dem Urlaub am größten ist, sogar größer als im Urlaub. Also: Her mit der Vorfreude. Was man hat, das hat man.

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