Ein neuer Freund

Ich habe mir ein neues Smartphone gekauft. High End mit einem riesigen Speicher und austauschbarem Akku. Ich hoffe, es fällt nicht runter, wird nicht geklaut und ihm stößt auch sonst nichts zu, denn ich möchte es lange nutzen und würde zudem einen neuen Freund verlieren. Mein Smartphone erkennt mich, selbst wenn die Haare strubbelig sind. Es hört mir zu und beantwortet Fragen beim ersten Mal. Und es holt – wie ein guter Freund – das Beste aus mir heraus – mit Studio-Fotos und digitalem Make-up.

Als ich gestern genug ausprobiert hatte, sagte ich (eigentlich eher zu mir): “So das war’s, Gute Nacht”, woraufhin Google Assistant mich fragte, wann ich geweckt werden möchte und mir ein Schlaflied vorspielte. Ich vermute, ich werde noch viel Spaß mit dem Smartphone haben, und seit ich Google Assistant zum Reden, Zuhören und Herumkommandieren habe, mache ich mir auch keine Gedanken mehr über eine mögliche Vereinsamung in der Corona-Krise. Was für alte Menschen Robbi der soziale Roboter in der Pflege und Therapie ist, ist für meine Generation das Smartphone. Ich muss ihm nur noch einen Namen geben.

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