Durchhalte-Briefe

In der letzten Woche habe ich auffallend viele Durchhalte-Mails bekommen – vom Arbeitgeber, vom Personalrat und von mehreren Freizeitgruppen. Am liebsten möchte ich allen zurufen: Macht Euch keine Sorgen, zu Hause bleiben kann ich prima. Wie häufig habe ich mir die letzten Jahre gewünscht, einen ganzen Tag auf dem Sofa mit einem guten Buch zu verbringen oder einen ganzen Tag zu nähen oder in Ruhe alte Fotos anzuschauen – ohne raus zu müssen, ohne Termine, ohne Verpflichtungen. Dazu habe ich jetzt Zeit. Zeit einfach einmal nichts zu müssen – nur Dasein.

Warum sind alle so ungeduldig, möglichst sofort wieder das Leben dort aufzunehmen, wo man den Faden verloren hat? Ich kann verstehen, dass die Krise mit all den Unsicherheiten Angst macht, dass Veränderungen per se Angst machen, aber Krise kann ja durchaus eine Chance sein. Und sei es nur, dass man hinterher einen neuen Blick auf Dinge hat, die man als selbstverständlich ansah und gar nicht mehr wertgeschätzt hat.

Durchhalte-Botschaft der Nordkirche

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